"faustlos" - Gewaltprävention von Anfang an

Gewaltprävention von Anfang an - auch mit dem FAUSTLOS Programm

Faustlos- ohne dass die Fäuste fliegen sollen Schüler möglichst alle Konflikte untereinander lösen. Dabei nützt es oftmals nicht so viel, in den Klassen ganz allgemein über das richtige Lösen von Konflikten und angemessenes Verhalten zu sprechen. Oftmals wissen Kinder auch gar nicht so genau, wie man sich in bestimmten Situationen anders und besser verhalten könnte, weil sie es noch nie geübt oder gesehen haben.

Viel sinnvoller als ein bloßes Reden im Klassenverband ist es daher, wenn die Schüler angemessenes und problemlösendes Verhalten einmal selbst ganz konkret ausüben.

Dazu steht der FCSO seit Herbst 2004 auch das FAUSTLOS Programm zur Verfügung, das im Rahmen des erziehenden Unterrichts eingesetzt werden kann. Dieses Gewaltpräventionsprogramm setzt vor allem darauf, mit den Kindern in Rollenspielen und nachgespielten Situationen ganz konkret zu üben, wie man gemeinsam bei Konflikten nach Lösungen suchen kann oder wie leicht man Konflikte vermeidet, wenn man sich selbst kontrollieren kann.

Faires und rücksichtsvolles Verhalten kann man üben und lernen.
Das Programm beginnt im ersten Schuljahrgang und läuft dann über drei Jahre bis in den dritten Schuljahrgang. Das FAUSTLOS Programm ist in drei Themenbereiche aufgeteilt, die in 40 Lektionen aufeinander aufbauend unterrichtet werden:

1. Training des Einfühlungsvermögens
Wer sich in andere hineinversetzen kann, dem fällt es leichter, auch das Verhalten seiner Mitschüler zu verstehen.
In dieser Einheit lernen die Schüler unter anderem:

  • woran man erkennt, wie sich jemand fühlt (Mimik, Körpersprache)
  • wie man anderen, denen es nicht gut geht, sein Mitgefühl zeigen könnte
  • sie lernen, sich auch zu fragen, ob bestimmte Aktionen des anderen absichtlich oder vielleicht nur versehentlich waren.


2. Impulskontrolle
Oft sind bestimmte Störungen oder Konfliktfälle keine absichtlichen Aktionen der Kinder, nur wissen sie nicht, wie man spontane Impulse oder Ideen ausdrücken kann, ohne dass daraus ein Konfliktfall wird. In den Lektionen üben die Schüler z. B.:

  • wie man sich entschuldigen kann und damit eigenständig Probleme löst
  • wie man Erwachsene, die in ein Gespräch vertieft sind, höflich unterbrechen kann
  • wie man um Erlaubnis für geplante Vorhaben fragt


3. Umgang mit Ärger und Wut 
Sich ärgerlich oder wütend zu fühlen ist nicht "schlecht", aber entscheidend ist, wie man dann handelt. Ärgerliches Verhalten (schlagen, schubsen etc.) ist nicht in Ordnung. In kleinen Rollenspielen üben die Schüler, eigenen Ärger zu erkennen und damit so umzugehen, dass sie sich und andere nicht verletzen. Dabei hilft ihnen ein "Problemlöseposter" , das ganz konkrete Schritte zum eigenen Beruhigen bei Wut und Lösen von Konflikten vorgibt.