Stoffpläne / Englisch

Kinder werden heute schon sehr früh mit Englisch konfrontiert. Viele von ihnen sind dem Englischen gegenüber bereits sehr aufgeschlossen. Diese Motivation möchten wir in der Schule aufgreifen. Dabei soll in erster Linie die Sprachkompetenz vermittelt werden, aber auch Interesse und Verständnis für eine fremde Sprache, andere Länder und andere Sitten im Kontrast zum eigenen Hintergrund geweckt werden.

Fünf Prinzipien prägen den Unterricht an unserer Grundschule:

1. Den Englischunterricht einsprachig abhalten

Der Unterricht sollte nach Möglichkeit nur in Englisch abgehalten werden. Die Kinder lernen so am schnellsten, das Hörverstehen zu trainieren und den Klang der Sprache aufzunehmen. Da sie auch später im außerschulischen Kontext nie alle Wörter verstehen werden, sondern sich oft den Sinn selber erschließen müssen, ist der Unterricht auch dafür eine wichtige Vorbereitung. Die Schülerinnen und Schüler sollten entsprechend informiert sein, dass sie nie alle Wörter verstehen müssen, sondern sich den Sinnzusammenhang aus dem Kontext und aus Mimik und Gestik der Lehrkraft erschließen können. Dann werden sich statt Frustration bald erste Erfolgserlebnisse einstellen, wenn mehr und mehr verstanden wird.

2. Die Kinder dort abholen, wo sie sind

In den ersten Stunden sollten viele Kinder ihr Vorwissen an englischen Wörtern präsentieren können. Gleichzeitig sollen sie darauf aufmerksam gemacht werden, wie viele Anglizismen wir bereits im täglichen Sprachgebrauch benutzen (wie Computer, Game-boy Walk-men, Jeans, T-Shirt, Teddy, etc.).

3. Die Scheu vor dem fremden Englisch nehmen - Sprachkompetenz spielerisch vermitteln

Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Auswahl sollte aber der einzelnen Lehrkraft je nach Fähigkeiten und Neigungen selbst überlassen werden:

Die Einführung englischer Namen

Eine gute Gelegenheit, das Englische bereits zu benutzen, ohne dass es für die Kinder so offensichtlich ist, ist die Einführung englischer Namen. Dabei werden bereits Klangbild und Aussprache geübt, während die Schülerinnen und Schüler sich gegenseitig aufrufen. Wenn dann Phrasen wie ,,What's your name?" geübt werden, ist das Lernfeld außerdem gleich viel authentischer. Gleichzeitig wird dabei das Fach Englisch ein Stück weit von den ,,normalen" Schulfächern hervorgehoben und ist etwas Besonderes.

Das chorische Sprechen

Beim Einüben der korrekten Aussprache bietet sich das chorische Sprechen an. Wenn die Kinder zunächst gemeinsam als Gruppe sprechen, ist die Überwindung nicht so groß, fremde Laute auszuprobieren. Dies kann durchaus auch abwechslungsreich sein, wenn man die Kinder mal laut, mal leise sprechen lässt, dann nur die Mädchen, dann die Jungen, die Kinder mit blonden Haaren, mit blauen Hosen etc.

Das Singen englischer Lieder

Auch das Singen englischer Lieder fördert das Einschleifen von Lautbild und Aussprache und lockert nicht nur den Unterricht auf, sondern gleichzeitig auch die Muskulatur.

Der Einsatz einer Handpuppe 

Eine weitere bei den Schülerinnen und Schülern beliebte Möglichkeit ist der Einsatz einer Handpuppe. Hier wird vermehrt ein spielerisches Element eingebracht, das auch Dritt- und Viertklässlern noch Spaß macht. Die Handpuppe ist konsequent englischsprachig, während die Lehrkraft nun zum Vermittler wird. Bei Kindern, die noch gehemmt sind, englisch zu sprechen, kann dadurch die Hemmschwelle herabgesetzt werden, wenn sie nicht einer Person, sondern einer Puppe antworten sollen.

4. Klangbild vor Schriftbild

Wir vertreten die Ansicht, dass zuerst das Klangbild bei den Kindern gefestigt sein sollte, wenn neue Vokabeln anschaulich und mit viel Mimik und Gestik eingeführt werden. (ca. 8 Vokabeln pro Unterrichtsstunde). Erfahrungsgemäß ist dann aber die Behaltensleistung der Kinder besser, wenn sie auch das dazugehörige Schriftbild dazu lernen. Deshalb haben wir auch beschlossen, dass vom Cornelsen Verlag neu herausgegebene Schreibbuch "My First Writing Book" einzusetzen. Dazu arbeiten in die Kinder in dem zugehörigen Übungsheft.

5. Vokabellernen

Im 4. Schuljahr sollen die Schülerinnen und Schüler an das regelmäßige Vokabellernen herangeführt werden. Dabei wird noch nicht die Reproduktion der englischen Schreibweise verlangt, sondern nur die Bedeutung des Wortes.

Die Ziele des Englischunterrichts an der Grundschule

  • Wortschatz: Am Ende des 4. Schuljahres verfügen die Schülerinnen und Schüler über einen elementaren Wortschatz zu den Themenbereichen Freunde und Familie, Essen und Trinken, Einkaufen, Schule, nähere Umgebung und Hobbys.
  • Grammatik: Die grundlegenden Elemente des Regelsystems der englischen Sprache werden durch verstehbare, sorgfältig strukturierte Sprachangebote und vielfältige Übungsformen unbewusst aufgebaut.
  • Aussprache und Intonation: Am Ende des 4. Schuljahres beherrschen die Schülerinnen und Schüler die Aussprache ihnen bekannter Wörter und Satzstrukturen so weit, dass sie verstanden werden.

Formen der Leistungsbewertung im Englischunterricht

Folgende Bereiche sind für die Bewertung der Englischkenntnisse unserer Grundschüler ausschlaggebend.

    • Die Hörverstehensleistung,
    • Die Sprechleistung (Nachsprechen, Sprechen aus dem Gedächtnis von Lied und Reim, eigenständiges Sprechen ? sich /andere vorstellen, Gruß- und Abschiedsformel verwenden, um etwas bitten, beantworten kurzer Fragen),
    • Die Leseleistung (Schülerinnen und Schüler erkennen das Wortbild vertrauter Wörter und grundlegender Satzmuster ganzheitlich wieder und verstehen sie.),
    • Die Fähigkeit, englische Texte und Wörter zu schreiben spielt dagegen noch keine Rolle.

Neben der kontinuierlichen Beobachtung der Schülerinnen und Schüler in ihrem Lernprozess dienen 4-6 nicht benotete Lernkontrollen pro Halbjahr zur Leistungsfeststellung. Diese sollen rund 20 Minuten dauern.