Viertklässler führen großes biblisches Musical „Jona“ auf

Im Liegestuhl auf die Zerstörung gewartet

Seit Herbstbeginn hatten sich die Viertklässler der Freien Christlichen Schule vorbereitet. Jetzt, Anfang Februar, führten die Schüler vor rund 600 beeindruckten Zuschauern das biblische Musical „Jona - Sein Auftrag, seine Flucht, der große Fisch und die Stadt Ninive“ von Markus Heusser auf.

Es ist nicht leicht, schlechte Nachrichten zu überbringen. Kein Wunder also, dass der Prophet Jona versucht zu fliehen, als er von Gott den Auftrag erhält, den Einwohnern der großen Stadt Ninive den Untergang anzukündigen. Ninive war die Hauptstadt des antiken Königreichs von Assyrien; deren Einwohner lebten mit Mord und Totschlag, Brutalität und Vorteilsnahme. Die kriegerischen Erfolge Assyriens und ihr Reichtum erfüllten die Leute von Ninive mit hochmütigem Stolz. Gott will die Stadt binnen 40 Tagen verderben und in einen Trümmerhaufen verwandeln, sollten die Bewohner nicht von ihren bösen Taten ablassen und Buße tun. Nach seinem Versuch, per Schiff „Hauptsache weit weg“ diesem Auftrag zu entgehen, gerät Jona in einen Sturm und landet schließlich im Bauch eines großen Fisches. Dieser spuckt jenen irgendwann am Strand wieder aus: Jona sieht sich als Geretteter und gehorcht nun reumütig. Als Jona in Ninive dann Gottes Strafandrohung verkündet hat, macht er es sich am Stadtrand auf einer Anhöhe gemütlich und wartet genüsslich auf das Schauspiel des Untergangs. Auf der Bühne der Schule steht für diesen Zweck ein Liegestuhl bereit. Zu seiner Enttäuschung aber ordnet der König Assyriens sofortige Buße und Umkehr an; Gott hat Erbarmen mit den Kindern, Menschen und Tieren der Stadt. Die erwartete Katastrophe bleibt aus.

Die 70 Viertklässler der FCSO wirkten im Chor, als Schauspieler, als Bühnengestalter oder als Techniker bei den zwei Aufführungen mit. Es gelang ihnen, mit technischer Präzision und darstellerischem Können die bekannte Geschichte anschaulich und schwungvoll zu präsentieren. Lasse Harms und Ida Bertram glänzten textsicher in der Hauptrolle des Jona, wobei sie die jeweiligen Gefühlslagen des biblischen Propheten überzeugend rüberbrachten. Schwung und Spaß vermittelte auch der Chor unter Leitung von Lehrerin Elke Park. Einige Chorkinder taten sich mit Soloeinlagen hervor und ließen ungeahnte Talente aufschimmern. „Ich weiß auch nicht, warum ich so gut singen kann“, erklärte Amira Walden im Anschluss aufrichtig verwundert. Die Bühnenaufbauten waren farbenfroh und aufwändig. Hinter geschlossenem Vorhang brachte die Bühnencrew einen überdimensionalen Wal auf die Bühne, im Bauch ein Loch mit LED-Beleuchtung. Damit Jona von dort aus sprechen konnte. „Den Wal haben wir noch kürzen müssen, er hätte sonst nicht gepasst“, berichtet Kulissenbauer Jaron Broers mit strahlendem Blick.

Johannes Köster, Leiter der Primarstufe, dankte nach dem Schlussapplaus den drei hauptverantwortlichen Lehrkräften, Michael Gerbrandt, Elke Park und Andrea Wenninga, dass sie die Herausforderungen der Musical-Arbeit unerschrocken angenommen hatten. Ebenfalls sei den vielen ebenfalls beteiligten Eltern und dem Hausmeister Johannes Hinrichs zu danken, ohne deren tatkräftige Unterstützung das Musical so wohl nie auf die Bühne gebracht hätte werden können.