Die Mountainbikegruppe der FCSO in Veenhusen hat in den letzten Tagen der niedersächsischen Sommerferien ein Abenteuer erlebt, das sie noch lange begleiten wird. Sechs Schüler der Klassen 6 bis 10 unter der Leitung von Lehrer Mathias Schulz und Unterstützung von Aryan Bierstedt starteten in Füssen und erreichten nach sechs intensiven Etappen den Kalterer See. 300,72 Kilometer, 5.662 Höhenmeter im Aufstieg und eine Maximalhöhe von 3.015 Metern – Zahlen, die stolz machen. Doch noch stärker in Erinnerung bleiben die Momente, in denen Teamgeist, Verantwortung und Glaube die Richtung vorgaben.
Ein starker Auftakt: Schlossblick, Schotterwege und der erste Trail
Nach der langen Anreise von 843 Km startete die Gruppe an der Jugendherberge in Füssen – mit einer steilen Rampe zur Marienbrücke, die einen atemberaubenden Blick auf Schloss Neuschwanstein und die Pöllatschlucht eröffnete. Über die Bleckenau und die Jägerhütte ging es hinein ins alpine Gelände. Auf dem schmalen Schützensteig setzten die Jugendlichen erstmals das Gelernte aus dem Heseler Wald im Gebirge um: ein S2-Trail* mit Wurzeln, Steinen und engen Kurven, der Konzentration, Balance und Feingefühl an den Bremsen erfordert. Die anschließend verdiente Stärkung am Plansee sowie der wunderschöne Ufertrail sorgten für leuchtende Augen und Vorfreude auf die weiteren Etappen. Über Heiterwanger See und Fernpass führte der Weg nach Imst – ein Tag, der Mut machte und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten wachsen ließ.
*S2-Trail: erfordert fortgeschrittene Fahrtechnik:lockerer Untergrund, größere Wurzeln/Steine, enge Kurven, kurze Stufen und Passagen bis etwa 35° Steilheit, präzises Bremsen und Gewichtsverlagerung sind notwendig.
Durchs Inntal ins Ötztal: Besonnenheit und Fürsorge
Am zweiten Tag fuhr die Gruppe durch die eindrucksvolle Innschlucht ins Ötztal. Nach der Mittagspause im Bikepark Oetz kam es zu einem Sturz mit Schlüsselbeinbruch. In dieser herausfordernden Situation zeigte sich, was Gemeinschaft im christlichen Sinn bedeutet: Ruhe bewahren, füreinander da sein, beten – und dankbar sein für schnelle Hilfe. Rettungsdienst und Eltern waren rasch vor Ort, der verunfallte Teilnehmer wurde gut versorgt, und die restliche Gruppe setzte – gestärkt durch Zuspruch und Gebet – die Tour Richtung Sölden und Zwieselstein fort.
Über das Timmelsjoch: Psalm, Panorama und pure Freude
Der dritte Tag begann sportlich: Über Obergurgl und Hochgurgl hinauf zum 2.509 Meter hohen Timmelsjoch. Auf der Passhöhe wärmte eine Nudelsuppe, und auf einem nahegelegenen Hütten-Gipfel las die Gruppe gemeinsam einen Psalm – ein kostbarer Moment der Stille, Dankbarkeit und Anbetung mitten in der gewaltigen Bergkulisse. Die Abfahrt ins Passeiertal verlangte technisches Geschick, wurde aber souverän und mit viel Freude gemeistert. Am Abend klang der Tag in Südtiroler Gastfreundschaft heiter aus.
Meraner Höhenweg und Stettiner Hütte: Gemeinsam über die Schlüsselstelle
Der folgende Abschnitt über den Meraner Höhenweg hinauf zur Stettiner Hütte war ein Höhepunkt im doppelten Sinn. Der historische „Kanonenweg“ erforderte Schieben und Tragen – ein echter Teamtest, den die Jugendlichen mit Rücksicht, Humor und Ausdauer meisterten. Am späten Nachmittag erreichte die Gruppe die Hütte, und ein kurzer Abendaufstieg führte auf 3.015 Meter: Sonnenuntergang, Eissee, Weitblick – Momente, in denen die Schönheit der Schöpfung spürbar zum Lob Gottes einlud.
Eisjöchl, Pannenglück und Sommergefühl
Über das Eisjöchl ging es hinab Richtung Vinschgau. Die Trailpassagen auf griffigen Steinplatten machten sichtbar, wie viel Fahrtechnik in den letzten Monaten gewachsen ist. Mehrere Reifenpannen wurden routiniert als Team gelöst – mit Lachen, geschickten Händen und einer kurzen „Dammbaustelle“ am Wildbach. Unten im Tal begleitete sommerliche Wärme die Gruppe über Meran und Bozen bis nach Auer/Ora. Ein Hotel mit Pool und eine Pizzeria sorgten für das perfekte Finale eines langen, sonnenreichen Etappentages – inklusive liebevoll vorbereiteter Erfrischungen durch die Familie von zwei Teilnehmenden. So fühlt sich Bewahrung und Versorgung unterwegs an.
Finale am Kalterer See und herzliche Rückkehr
Am letzten Tag rollten die Räder noch die wenigen Kilometer hinüber zum Kalterer See. Baden, Sonne, Dankbarkeit – ein fröhlicher Abschluss, bevor die Heimreise über Reschenpass, Fernpass und A7 begann. Nach einer Zwischenübernachtung erreichten die Jugendlichen am 11. August am späten Nachmittag den FCSO-Elternparkplatz, wo sie herzlich empfangen wurden. Besonders schön: Auch der zuvor verletzte Teilnehmer war zur Begrüßung da und freute sich mit seinen Freunden über das Erreichte.
Sicherheit, Glaube und Gemeinschaft
Diese AlpTour 2025 war mehr als Sport. Sie war sorgfältig geplant und umsichtig begleitet, mit Materialchecks, klaren Absprachen und der Gewissheit, im Notfall schnell handeln zu können. Andacht und Gebet gehörten dazu – nicht als Pflicht, sondern als Kraftquelle. Was bleibt, sind starke Beine und ein noch stärkerer Zusammenhalt.
Leitung, Verantwortung, Vorbilder
Tourleiter und FCSO-Lehrer Mathias Schulz führte die Gruppe umsichtig, sicher und mit viel Herz für jeden Einzelnen. Aryan Bierstedt brachte seine Hochgebirgserfahrung mehrfach ein und war eine große Stütze – ein starkes Beispiel für Verantwortung aus der Schülerschaft. Auch die Schulverwaltung stand der AG vor, während und nach der Tour verlässlich zur Seite.
Danke für großartige Unterstützung
Ein herzliches Dankeschön gilt allen Familien, Firmen und Einzelpersonen, die diese Unternehmung möglich gemacht haben. Besonders danken wir:
- Familie Fischer für die Notfallbereitschaft, Organisation des Bustransfers und die tatkräftige Hilfe bei der Rettung,
- Familie Boekhoff für vielfältige Unterstützung,
- Dieter Gotwald Gute-Laune-Reisen für die kostenfreie Bereitstellung des Busses,
- der Corrosion & Water-Control Handels GmbH (Jörg Boekhoff), der Sparkasse Aurich-Norden, der Siempelkamp Krantechnik GmbH(Neermoor) sowie dem Zahnarzt für Kieferorthopädie Dr. Roelof G.Potgieser für ihre großzügigen Spenden*.
Wir sagen von Herzen: Danke!
Ausblick
Die KidsAlp25 hat gezeigt, wie Training, Teamgeist und Vertrauen auf Gott junge Menschen wachsen lassen – sportlich, charakterlich und im Glauben. Mit vielen schönen Erinnerungen, neuem Selbstvertrauen und großer Dankbarkeit blicken wir nach vorn und freuen uns auf die nächsten gemeinsamen Projekte der Mountainbike-AG.
Mitmachen? So kommst du zur FCSO‑Mountainbikegruppe
Du besuchst die FCSO‑Gesamtschule, liebst Natur und Bewegung und möchtest sicher am Mountainbike wachsen? Dann melde dich gerne bei unserem Lehrer Mathias Schulz. Wir freuen uns auf Einsteigerinnen und Einsteiger genauso wie auf Fortgeschrittene.
Text und Fotos: Claudia und Mathias Schulz
*Dieses Event wurde von einigen Firmen großzügig unterstützt. Die Firmen werden hier namentlich erwähnt, daher enthält dieser Beitrag Spuren von Werbung.